Glossar

Abrieb/Abriebgruppen

Abrieb (Oberflächenverschleiß) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchung auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden. Glasierte Steinzeugfliesen werden hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) ist die durch Schleif- und Sandstrahlprüfung ermittelte Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Sie wird vom Hersteller angegeben. Die Abriebbeständigkeit wird in fünf Abriebgruppen (Klassen) bewertet:

Gruppe I*: für Barfuß- und Hausschuhbereich in Sanitär- und Schlafräumen.
Gruppe II*: für eine leichte Beanspruchung im privaten Wohnbau (außer Küchen, Eingänge, Außenbeläge, Treppen) mit niedriger Begehungsfrequenz und geringer kratzende Verschmutzung mit normalem Schuhwerk
Gruppe III: für mittlere Beanspruchung unter kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk, beispielsweise im privaten Wohnbau, auch Dielen, Flure, Balkone (außer Küchen) sowie Beläge des Nichtwohnbaus mit vergleichbarer Beanspruchung wie Hotelzimmer oder Bäder
Gruppe IV: für hohe Beanspruchung bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk bei Eingangsbereichen, Terrassen, Küchen, Verkaufs- und Wirtschaftsräumen, Büros, Krankenhäuser, Hotels, Schulen und Verwaltungsgebäude
Gruppe V: für höchste Beanspruchung und Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr in Räumen und auf Flächen, die extrem belastet werden, wie Friseurläden, Bäckereien, Imbissstuben, Eingangshallen für Hotels, Banken, Restaurants oder auch Garagen
* Der Großteil der Verbraucher orientiert sich hinsichtlich der Abriebfestigkeit zunehmend in Richtung Gruppe III und höher. Fliesen der Gruppen I und II werden auf dem Markt kaum noch angeboten.

Allergien

In den geschlossenen glatten Oberflächen keramischer Fliesen und Platten kann sich nichts einnisten, loser Staub lässt sich durch feuchtes Wischen restlos entfernen. Keramik ist der ideale Bodenbelag im Allergikerhaushalt

Anordnung

Die Anordnung einzelner Bereiche eines Raumes ist eine wichtige Gestaltungsgrundlage. Farbige Akzente, beispielsweise durch Bordüren, Material- oder Formatwechsel oder Wechsel der Verlegerichtung grenzen verschiedene Zonen gegeneinander ab und ordnen den Raum optisch.

Aufglasurdekoration

bereits glasierte Fliesen werden in einem zusätzlichen Arbeitsprozess nochmals dekoriert und gebrannt.

Außenbereich (Fliesen im Außenbereich)

Für Balkon oder Terrasse eignen sich frostbeständige Fliesen und Platten als Bodenbelag. Diese können alle Witterungsbedingungen wie Nässe und Frost unbeschadet überstehen, sind pflegeleicht, strapazierfähig und bleichen nicht aus. Ein weiterer Vorzug keramischer Bodenbeläge ist die Sicherheit.

Ausschnittfliese

Fliesen mit Ausschnitt/en für die Aufnahme von Dekorationen „Einlegern“.

Bewegungsfuge (Dehnungsfuge)

alle Arten von Fugen, die zwischen Gebäuden, Flächenteilen beziehungsweise Konstruktionsteilen Bewegungen zulassen und den Belag schädigende Spannungen abbauen. Sie können je nach Anwendungsfall ausgebildet werden durch:
konstruktive Gestaltung der Bauteilränder
Verschluss mit elastischem Dichtstoff
Überbrückung durch bandfertig vorgefertigten Dichtstoff
Profile und Verwahrungen
Offenlassen der Fugen
Wichtig sind Bewegungsfugen bei allen größeren Flächen, in Altbauten mit Holzdecken, auf Terrassen und in Wintergärten, weil Zug- und Druckspannungen sonst die normalen Fugen oder auch die Fliesen schädigen können (siehe auch Biegefestigkeit).

Bildmosaik

Bildmosaik wird sowohl aus handgeschlagenen Steinzeugfliesen von Hand zu einem Bild oder einem Muster zusammengesetzt als auch maschinell produziert und Netzverklebt geliefert.

Brand

Fliesen und Platten werden bei 900 bis 1250 Grad Celsius im Schnellbrand oder Tunnelofen gebrannt. Je höher die Brenntemperatur und je länger die Verweildauer im Ofen, desto dichter und stärker ist die Keramik gesintert.

Brandfarben

Aus herstellungstechnischen Gründen, treten bei Steingut und Steinzeugfliesen leichte Farbabweichungen (Brandfarbe) auf. Die produktionsbezogene Brandfarbe wird jeweils auf der Verpackung als Herstellungsnummer angegeben. Fliesen für einen Belag sollten immer die gleiche Kennzeichnung haben

Brennbarkeit

Fliesen sind nicht brennbar (DIN 4102) und bieten somit auch keine Brandgefahrenquelle.

Bordüre

Schmaler, mehrfarbiger Fliesenstreifen, meist abgestimmt auf das Dekor und Maß der Fliesenserie. Bordüren werden im Handel mit glatter Oberfläche und Dekor, als Relief und Mosaik angeboten.

Chemische Beständigkeit

Glasierte Steinzeugfliesen sowie Steingutfliesen sind beständig gegen Badewasserzusätze und Haushaltschemikalien (außer flusssäurehaltigen Reinigungsmitteln und deren Verbindungen). Auch eine Beständigkeit gegen Säuren und Laugen ist möglich.

Cotto/Tonfliese

unglasierte, ziegelfarbene keramische Fliesen mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Vorzugsweise Verwendung als Bodenfliese in Räumen mit rustikalem Charakter. Zum Erzielen der geforderten/gewünschten Gebrauchseigenschaften müssen sie speziell behandelt (imprägniert) werden. Hinweise gibt es auf den Verpackungen der Hersteller.

Craquelé

ist eine Bezeichnung für feine Glasurrisse (Haarrisse). Die Craquelé wird ist als Gestaltungsmittel absichtlich herbeigeführt.

Dekorbrand

zur weiteren Veredlung wird nach dem Zweitbrand (Glattbrand) die bereits glasierte Fliese mit Schiebebildern (Abziehbildern) und/oder Handmalerei bei 800°C bis 900°C erneut gebrannt. So wird beim Dekorbrand lediglich das aufgebrachte Dekor in die Glasur eingebrannt. Scherben und Glasur bleiben unverändert.

Dekorfliese

Dekore werden auf Leerfliesen einer Fliesenserie aufgebracht. Sie können als Einzeldekor oder aus verschiedenen Dekorfliesen, die zusammen ein Bild ergeben, bestehen.

Dekor

Ornamentale oder figürliche Verzierung von keramischen Produkten mit Farben und Bildern.

Dekoration

Erzeugen ästhetischer Effekte auf Fliesen und Platten durch Glasuren, Malerei, Siebdruck, Strukturen bis hin zu Reliefs.

Delfter Fliese

benannt nach dem holländischen Städtchen Delft, in dem seit dem 16. Jahrhundert Fliesen hergestellt werden. Die Dekore stellen oft Porträts, Szenen, Landschaften oder biblische Motive in dem für sie typischen Delfter Blau dar.

Dichtstoff

bezeichnet spritzfähige oder bandförmig vorgefertigte Kunststoffe zum Ausfüllen bzw. Abdecken von Bewegungsfugen

Diagonalverlegung

Eine betonte Diagonalverlegung lässt schmale Räume breiter wirken. Ein diagonal verlegter Fliesenbereich, gerahmt von Läufern (Bordüre am Boden) fasst ein Raumsegment zusammen, etwa den Essbereich im Wohnzimmer.

Dichtband | Dichtmanschetten

Ein Problem in jedem Bad, an fast jeder Wanne oder Dusche. Der Übergang zwischen Badarmatur und Fliesen ist oftmals problematisch. Es wird zwar eine Manschette an der Mischbatterie angebracht, um das Eindringen von Wasser in den Raum zwischen Fliese und Wand zu verhindern, aber das funktioniert nicht immer. Aus diesem Grund wurde eine Dichtmanschette entwickelt. Diese Dichtmanschette wird bereits beim Bau – egal ob in Leicht- oder Massivbauwänden – einfach auf das Wasserrohr gestülpt und mit eingefliest. Die Wandscheibe wird dabei von einem kräftigen Dichtungskragen umschlossen. Dieser ist mit einer Folie verschweißt. Kragen und Folie werden bei der Montage in Fliesenkleber eingebettet. Dadurch entsteht die dauerhaft sichere Abdichtung. Ein weiterer Vorteil dieser Manschetten ist, dass der Schallschutz durch die Entkopplung von der Wandkonstruktion verbessert wird.

Dickbettverlegung

konventionelle Verlegung von Fliesen an Wänden und Böden mit angemischtem Mörtel aus Sand und Zement.

DIN-Norm

DIN-Normen regeln die Produkteigenschaften der stranggezogenen und der trockengepressten Fliesen und Platten, sämtliche darin aufgeführten Qualitätsanforderungen gelten nur für die 1. Sortierung

Dispersionsklebstoff

Klebstoffe zur Verlegung von Fliesen im Dünnbettverfahren. Dispersionsklebstoffe sind nicht wasserbeständig und daher nur für gering feuchtbelastete Innenbeläge geeignet. Vorzugsweise Verwendung für Wandbekleidungen auf Untergründen aus Gips- oder Holzwerkstoffen

Druckfestigkeit

die Druckfestigkeit von Fliesen ist keine genormte Eigenschaft. Sie liegt bei Steinzeug bei > 500 N/mm²

Dünnbettverlegung

Verfahren zur Verlegung von Fliesen an Wand und Boden. Dabei wiederum unterscheidet man drei Verfahren, denen drei Bindemittel zugrunde liegen:

Hydraulisch erhärteter Dünnbettmörtel
Dispersionsklebstoffe
Epoxidharzklebstoffe

Einbrand

Einfacher Brennvorgang, dem der Fliesenkörper, der sogenannte Scherben, und die Glasur gleichzeitig unterzogen werden

Einleger

Dekorative Elemente aus Keramik, Metall, Naturstein und Holz zur Kombination mit Ausschnittfliesen und besonderen Formaten

Elektrische Leitfähigkeit

diese Eigenschaft besitzen glasierte Fliesen, deren Glasur spezielle Metallverbindungen enthält, die eine gute elektrische Leitfähigkeit bewirken. So können elektrostatische Aufladungen vermieden werden, die zu Störungen in empfindlichen Apparaturen (z.B. in Operationssälen) führen können

Entkopplungsmatte

eine solche Matte hat mehrere Aufgaben: Sie schützt die Fliese vor Rissen und Brüchen durch Spannung und sorgt zusätzlich für Belüftung unterhalb der Fliese. Dadurch können Fliesen im Außen- und Innenbereich problemlos und sicher verlegt werden und halten danach den alltäglichen Belastungen stand. Die Matte erhöht die Belastbarkeit und Tragfähigkeit und gleicht nebenbei Unebenheiten des Untergrundes aus, sodass eine ebene Fläche entstehen kann. Darauf können die Fliesen dann problemlos gelegt werden. Darüber hinaus kann eine Entkopplungsmatte auch als Abdichtung oder Dampfausgleichsschicht dienen. Im Außenbereich und in Feuchträumen wird ein Unterspülen mit Sickerwasser verhindert. Dies beugt der Schimmelbildung vor. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich diese Matten einfach auf die gewünschte Größe zuschneiden lassen und somit leicht einsetzbar sind. Auch für Ecken, Kanten und Wandanschlüsse können sie optimal verwendet werden. Für Mitbewohner und Nachbarn ist eine solche Matte ebenfalls eine gute Lösung, da sie der Schalldämmung dient. Das Begehen von Fliesen erzeugt einen Trittschall, welcher von Mitbewohnern und Nachbarn als störend empfunden werden kann. Auch der Raumschall der Waschmaschine im Schleudergang ist nicht zu unterschätzen.

Erstreinigung

Die Erstreinigung erfolgt sofort nach dem Verlegen und Verfugen des Belages. Sie dient der Entfernung von Bauschmutz sowie des Zementschleiers, der sich beim Verfugen auf der Fliesenoberfläche gebildet hat. Erhärtete Zementschleier, d.h. Reste von hydraulisch abbindenden Verlege- und Verfugmaterialien, können später nur noch durch saure Spezialreiniger entfernt werden. Diese Zementschleier-Entferner greifen jedoch Fugen auf Zementbasis an. Schützen Sie die Fugen daher durch Vornässen und spülen Sie nach der Anwendung den Gesamtbelag gründlich klar ab (verwenden Sie ggf. Neutralreiniger zur weiteren Reinigung).

Estrich

Glatter, fester Aufbau des Fußbodens der als Untergrund für Fußbodenbeläge dient. Der Estrich wird in der Regel mehrere Tage bis 4 Wochen vor der Verfliesung aufgebracht, damit er genügend Zeit zum Trocknen hat

Farbecht

Farben von keramischen Produkten verändern sich nicht, weder durch starke Sonneneinstrahlung noch durch häufiges Reinigen

Feinkeramik

Feinkeramik wird im Wesentlichen aus hellbrennenden Rohstoffen hergestellt. Dazu gehören:

Fliesen aus Steingut und Steinzeug
Geschirr aus den Werkstoffen Porzellan, Bone China, Vitreous China und Steingut
Sanitärporzellan aus Vitreous China
Zierkeramik aus Steingut und Steinzeug

Feinsteinzeug

Keramisches Erzeugnis mit dichtem, farbigem Scherben, das in seiner chemischen Zusammensetzung dem Porzellan ähnelt. Feinsteinzeug wird glasiert und unglasiert angeboten, einfarbig und mit Naturstein imitierenden wie auch mit polierten und geschliffenen Oberflächen. Feinsteinzeug hat niedrige Wasseraufnahme (E<0,5 %) und hohe Festigkeit ist frostsicher und eignet sich für den Innen- und Außenbereich für Wand und Boden

Feldspat

natürlicher Rohstoff mineralischer Natur für die Fliesenherstellung, dient als Flussmittel

Feuchtedehnung

von Steinzeugfliesen ist nicht messbar; von Steingutfliesen vernachlässigbar. Steingutfliesen sollten jedoch für Anwendungsbereiche unter Wasser (Schwimmbad- oder Behälterbau) nicht eingesetzt werden.

Fleckbeständigkeit

gegen Verschmutzungen jeglicher Art sind glasierte Fliesen und Platten resistent. Klares Wasser genügt, um sie wieder zu reinigen. Unglasierte Fliesen sind unempfindlich, wenn sie gesintert sind.

Flexklebe

Fliesenkleber, Flexkleber (Dünnbettmörtel). Die geforderten Eigenschaften sind in der DIN 18156 (Stoffe für keramische Bekleidungen im Dünnbettverfahren) niedergelegt.

Flexkleber wird vor allem zur Verlegung keramischer Wand- und Bodenbeläge im Trocken-, Nass- und Unterwasserbereich sowie auf Verbundabdichtungen im Innen- und Außenbereich verwendet. Zudem ist er für die Verklebung von Steinzeug, Feinsteinzeug, Spaltplatten, Handformsteine, Glasmosaik, Klinkerriemchen und großformatige Fliesen und Platten geeignet.

Er besitzt eine sehr lange, klebeoffene Zeit, hohe Standfestigkeit und Haftfestigkeit. Flexkleber ist verformungsfähig, spannungsausgleichend, mit hoher Verbundhaftung. Außerdem ist er wasserfest, frostsicher und temperaturbeständig (bis +80°C).

Es werden 3 Arten von Fliesenkleber und Flexkleber unterschieden

Hydraulisch erhärtende Fliesenkleber und Flexkleber sind meist kunstoffvergütet, kostengünstig sowie wasser- und frostbeständig.
Dispersionsklebstoffe auf Basis von PVAC und Acryl sind flexible Fliesenkleber, die in der Regel nicht wasserbeständig sind und nur für Innenwandbeläge verwendet werden sollten.
Epoxidharzklebstoffe, sind 2-komponentige Fliesenkleber auf der Basis von Epoxidharz. Sie sind chemisch beständige hochwertige Fliesenkleber

Fliese

keramischer Wand- und Bodenbelag aus Feinsteinzeug, Steingut und Steinzeug, der größer ist als 10 x 10 cm. Fliesen mit kleineren Abmessungen bezeichnet man als Mosaik.

Fliesenstärke

Fliesen sind in der Regel 8 mm stark (das entspricht z. B. auch der durchschnittlichen Florhöhe eines Teppichbodens; wichtig bei Renovierungen). Größere Stärken, wie bis zu 15 mm, weisen die robusten Spaltplatten auf. Fliesenstärken bis 30 mm sind möglich, sie werden aber nur von der Industrie für stärkere Belastungen gefordert.

Fliesenverlegung

Verfahren zur Herstellung keramischer Wand- und Bodenbeläge. Man unterscheidet zwischen Dünnbett- und konventioneller Verlegung (Dickbettverlegung

Fliesengröße

Formate von Fliesen werden im Nennmaß angegeben, das sich aus dem Werkmaß (angestrebtes Fertigungsmaß) und der Fugenbreite zusammensetzt.
In der industriellen Herstellung von Fliesen kommt es zu Schwankungen in der Größe, dem Fliesen-Kaliber.

Beispiel:
Nennmaß = Werkmaß + Fuge
Werkmaß = angestrebtes Fertigungsmaß

Frostsicherheits-Garantie

Temperaturunterschiede der Jahreszeiten stellen einen keramischen Bodenbelag im Außenbereich stark auf die Probe. Die Keramik muss je nach regionaler Lage manchmal bis zu 70°C Temperaturschwankungen durch Frost- und Tauwechsel standhalten. Dafür ist eine fachgerechte Verlegung ebenso Grundvoraussetzung wie die Frostbeständigkeit der Keramik selbst. Eine Fliese wird erst dann „frostbeständig“ genannt, wenn keramische Fliesen und Platten die Prüfnorm DIN EN ISO10545-12 bestehen. In 100 simulierten Frost- und Tauwechseln von +5°C bis –5°C wird geprüft, ob die Keramik unter Laborbedingungen diesen Temperaturschwankungen standhält. Gerade bei Sonneneinstrahlung im Winter und Frost in der Nacht treten innerhalb kürzester Zeit extreme Temperaturschwankungen auf.

Unsachgemäße Verlegung oder Verlegung auf mangelhaften Untergründen können Frostschäden auch bei normgerechten Fliesen verursachen

Fugen

Um durch den Herstellungsprozess bedingte Toleranzen auszugleichen, empfiehlt sich bei der Verlegung – je nach Fliesengröße und gewünschter Optik – eine entsprechende Fuge auszubilden.

Empfohlene Fugenbreiten: Kantenlänge bis 150 mm Fugenbreite von 1,5-5 mm
Kantenlänge über 150 mm Fugenbreite von 2-8 mm

Im Allgemeinen setzt sich die Fugenbreite aus der Differenz von Nennmaß und Werksmaß zusammen.

Neben dem Ausgleichen o. g. Toleranzen schützt die Fuge den Belag vor eindringendem Wasser und Schmutz, eine auf Zementbasis hergestellte Fuge verhindert das Eindringen von Bakterien, Pilzen etc. Grobkorn

Unglasierte Feinsteinzeugfliesen mit grober Körnung (8-15 mm).

Grundierung

Anstriche zur Vorbehandlung der Ansetz- oder Verlegeflächen vor dem Auftragen des Mörtels oder des Klebstoffs.
Hygiene

Fliesen aller Art (Keramik, Steingut etc.) sind gegenüber anderen Belagsmaterialien sehr reinigungsfreundlich und hygienisch. Vor allem glasierte Fliesen sind äußerst fleckbeständig und geben Bakterien kaum Möglichkeit, sich auf ihren Oberflächen anzusiedeln. Diese Fliesen eignen sich daher sehr gut für Küchen und Bäder. Aber auch unglasierte Fliesen lassen sich durch die sogenannte Oberflächenvergütung gut vor Flecken schützen. Für poliertes Feinsteinzeug ist es empfehlenswert die Fliesen nach der Bauendreinigung zu imprägnieren (Schmutzaufnahme auf der Oberfläche vermeiden). Dadurch erhöht sich auch bei Feinsteinzeug die bereits hohe Pflegeleichtigkeit und Fleckenbeständigkeit

Imprägnierung

Die Imprägnierung einer Fliese hängt von den unterschiedlichen Materialien ab. Bei Fliesen aus unglasiertem Feinsteinzeug und bei Terracotta (Cotto Fliesen) ist eine Imprägnierung der Oberfläche sinnvoll. Das Fliesenmaterial ist nämlich offenporig. Alle Natursteine, aber auch unglasierte Kunststeine und unglasiertes Feinsteinzeug sind stark porös. Schleifen, Polieren und andere Behandlungen der Oberfläche öffnen zusätzliche Poren. In die geöffneten Poren dringen Flüssigkeiten leicht ein und transportieren Schmutz und Fleckbildner (wie z.B. Kaffee, Tee, Wein, Öl, Fett, Farbstoffe usw.) in den Belag. Das Eindringen von Flüssigkeiten und Verschmutzungen wird durch ein Auftragen einer Fliesenimprägnierung verringert und der Verschmutzungsgrad nimmt ab. Kaliber

Bei Bodenfliesen wird zudem noch nach Kaliber (Größe) unterschieden, da durch den Brennprozess leichte Schwankungen in der exakten Größe auftreten, die aber im Rahmen der Norm zulässig sind. Dies wird seitens der Hersteller an die Nuancenkennzeichnung angehängt. Innerhalb eines Belages ist stets auf das gleiche Kaliber zu achten, um ein regelmäßiges Fugenbild zu gewährleisten.

Kalibrierte (Rektifizierte) Fliesen

Einige Wand- und Bodenfliesen werden mit rektifizierten Kanten angeboten. Diese Fliesen werden nach der Produktion exakt auf das gleiche Maß geschnitten. Dadurch ist es möglich, die Fliesen mit einer sehr engen Fuge von ca. 2 mm zu verlegen, um so ein harmonisches Gesamtbild des Fliesenbelages zu erhalten.

Kehlsockel

Wenn Fliesen winklig zueinander verlegt werden (z.B. in Ecken und an Kanten), dann können zusätzlich Kelhsockel angebracht werden. Es gibt je nach Verwendung Kehlsockel mit Außengehrung und Innengehrung. Oft werden Kehlsockel gewählt, die das gleiche Material und die gleiche Farbe wie die Bodenfliesen haben. In Großküchen erleichtern Kehlsockel die Reinigung, weil die Böden dort einfach ausgespritzt werden können. Ein Kehlsockel ist ein Sonderstück bei Fliesen, das sowohl in Außen- als auch in Innenecken verwendet werden kann.

Keramische Fliesen

Keramikfliesen (auch Kacheln genannt) sind keramische Platten. Sie werden als Wandverkleidung im Innen- und Außenbereich, sowie als Bodenbeläge verwendet. Der Begriff „Fliese“ wird auch für Naturstein, Glas, Teppich usw. genutzt, um Bauteile ähnlicher Form zu klassifizieren.

Keramikfliesen sind künstlich hergestellte keramische Platten. Keramik stammt vom griechischen Wort für Ton („Keramos“) ab. Keramikfliesen werden gerne in Badezimmern als Fußboden- oder Wandbelag verlegt, da sie sehr pflegeleicht, wasserabweisend und gut abzuwischen sind. Zudem kann man sie ohne Probleme auf eine Fußbodenheizung legen. Wichtig ist jedoch, dass man schon bei der Verlegung darauf achtet, dass die Fliesen eine spezielle Glasur haben. Beachtet man dies nicht, kann es nämlich zu unschönen Flecken auf den Fliesen kommen und sie werden porös. Die Fliesen sind sehr lange haltbar. Für außen gibt es spezielle, frostbeständige Fliesen. Keramikfliesen bieten durch ihre verschiedenen Farben und Muster sehr viel Gestaltungsfreiheit. Man kann sie komplett verlegen oder als kleines Mosaik.

Korrigierzeit

Die Korrigierzeit besagt, in welcher Zeitspanne man die Fliesen in der frischen Kleberbettung durch Verschieben nachrichten kann, ohne dass die Haftung gestört oder gemindert wird

Lebensdauer

Die Lebensdauer von Fliesen ist enorm hoch.

Die Beständigkeit der Fliesen hängt vor allem mit der Gebrauchs- und Funktionstüchtigkeit des Materials zusammen. Egal ob Glut vom Kaminfeuer, Zigaretten oder Stöckelschuhe, Fliesen halten fast allem Stand. Nicht einmal durch Sonnen- und andere Lichtstrahlen kann die Farbe verändert werden oder Materialversprödungen entstehen. Genauso wie die Fliesen diesen Dingen an Fassaden, auf Balkonen oder Terrassen widerstehen, „überleben“ frostbeständige Fliesen auch die tiefen Temperaturen in Kühlhäusern oder im Winter. Außerdem gibt es säurebeständige und fleckensichere Fliesen und Platten. Fliesen sind pflegeleicht und können in fast allen Bereichen, egal ob innen oder außen, verlegt werden.

Mengenermittlung

Nach der Entscheidung für eine bestimmte Fliesenserie wird ein Verlegeplan erstellt, der als Grundlage zur genauen Mengenermittlung (Anzahl der Grundfliesen, Dekore, Bordüren, Sockel und Treppenfliesen etc.) dient. Wir empfehlen Ihnen zusätzlich zu der ermittelten Fläche noch 5% Reserve für Verschnitt bzw. für etwaige Reparaturen einzukalkulieren

Mindersortierung

Fliesen, die vom Aussehen und der Qualität her geringfügig bis stark beeinträchtigt sind, werden vom Fliesenhersteller als Mindersortierung gekennzeichnet. Diese werden dann preiswerter verkauft als andere Fliesen. Dabei besteht jedoch keine Gewährleistung, ob diese Fliesen eine lange Lebensdauer haben oder die Kriterien einer neuwertigen und einwandfreien Fliese erfüllen. Eine andere Bezeichnung als Mindersortierung ist „zweite Sorte“. Fliesen die unter diesem Namen gekauft werden haben zwar die gleichen Eigenschaften wie Fliesen ohne Mängel (erste Sorte), unterscheiden sich jedoch durch kleine Glasurfehler o.ä.

Mosaik

Mosaik sind kleinformatige Fliesen aus Steinzeug (seltener aus Steingut) für Wand und Boden. Es gibt auch Mosaik aus Feinsteinzeug. Es wird gewöhnlich auf ein Netzt geklebt, weil dadurch das Verlegen leichter wird. Die Verlegung auf gewölbten Flächen ist problemlos möglich. Durch einen höheren Fugenanteil nimmt die Trittsicherheit zu. Das Mosaik wirkt in Verbindung mit Großformaten (Fliesen ab 25 x 50 cm) sehr edel.

Mosaik dient neben der Raumgestaltung auch als Erweiterung anderer Fliesen oder kann mit ihnen verbunden werden

Nennmaß

Bei deutschen Herstellern werden mit dem Nennmaß die theoretischen Kantenlängen der Fliesen angegeben. Das Nennmaß setzt sich dabei aus dem tatsächlichen Werkmaß und einer halben Fugenbreite zusammen.

Spanische und italienische Hersteller geben oft das so genannte Vollmaß an, das die exakten Abmessungen der Fliese darstellt.

Nuancen

Bei der industriellen Herstellung keramischer Fliesen entstehen geringe Farbunterschiede. Diese werden, soweit sie im Belag störend wirken, nach so genannten Nuancen getrennt und verpackt, gekennzeichnet und geliefert. Fliesen mit unterschiedlichen Nuancen dürfen nicht zusammen verlegt werden. Um noch bestehende geringe Farbunterschiede innerhalb einer Nuance im Belag auszugleichen, sollten vor der Verlegung die Pakete überprüft und dann gemischt werden.

Beanstandungen müssen vor der Verlegung der Ware angemeldet und geltend gemacht werden.

Poliert

Bei polierten Fliesen wird ca. 0,5 mm von der Oberfläche abgeschliffen. Somit wird der Glanz dieser Fliesen erreicht. Durch diesen Vorgang werden jedoch Mikrokapilare geöffnet, in denen sich beispielsweise Schmutz, Flüssigkeiten, Fette etc. festsetzen können. In Bereichen, in welchen es zu Verschmutzungen kommt, sollte man die Fliesen vorher imprägnieren.

Rektifizierte (Kalibrierte) Fliesen

Einige Wand- und Bodenfliesen werden mit rektifizierten Kanten angeboten. Diese Fliesen werden nach der Produktion exakt auf das gleiche Maß geschnitten. Dadurch ist es möglich, die Fliesen mit einer sehr engen Fuge von ca. 2 mm zu verlegen, um so ein harmonisches Gesamtbild des Fliesenbelages zu erhalten.

Reservematerial

Bei der Bestellung der Fliesen sollte stets auf genügend Reservematerial geachtet werden. Für eventuell anfallende Reparaturen sowie Verschnitt (bei Ecken, Kanten, Nischen und Stufen) sollten ca. 5% mehr Fliesen eingeplant werden.

Bei Bogenware, d. h. netzverklebten Mosaikfliesen, könne Sie mit weniger Verschnitt rechnen.

Ritzhärte

Fliesen sind unterschiedlich widerstandsfähig gegen Verkratzungen. Die DIN- und EURO-Normen legen die Härte der Glasur nach der Mohs-Skala fest.

Fliesen sind sehr widerstandsfähig, jedoch gibt es einige Unterschiede. Die Ritzhärte gibt den Grad an, wie stark die keramische Glasur der Fliese einer kratzenden und ritzenden Beanspruchung standhält. Die Beanspruchungswerte werden nach der Mohs-Skala von 1 (sehr weich) bis 10 (sehr hart) angegeben. Feinsteinzeug erreicht einen Härtegrad von 8 und ist damit einer der härtesten Bodenbeläge auf dem Markt.

Für Fliesen sind diese Härtegrade wichtig:

MOHS für den Badebereich
3
befriedigend – leichte Beanspruchung
4
gut – mittlere Beanspruchung Wand und Boden im Bad
5
sehr gut – starke Beanspruchung Wand und Boden im Bad
MOHS für den Wohnbereich
6
gut – mittlere Beanspruchung Boden
7
sehr gut – starke Beanspruchung Boden
8+9
sehr gut – extrem starke Beanspruchung Boden

Rutschhemmung/Trittsicherhei

Bodenfliesen müssen gerade wenn Feuchtigkeit oder Nässe im Spiel sind, eine bestimmte Trittsicherheit und Rutschfestigkeit aufweisen. Im gewerblichen Bereich sind die entsprechenden Vorschriften zu beachten.

R9: Verkaufsräume, Treppen, Flure, Stationsräume, Praxen und Gasträume
R10: Toiletten und Waschräume, Kaffee- und Teeküchen, Fahrzeugstellplätze
R11: Verpackungs- und Lagerräume, Kühlräume für verpackte Ware, Waschhallen in Fahrzeugwerkstätten
R12: Kühlräume für unverpackte Ware, Lagerräume für Öle/Fette in Werkstätten, Herstellung und
Verpackung von Speisefett
R13: Anwendungsbereiche mit sehr hoher Gleitgefährdung, z. B. Wurstküchen und Ölstationen

Schachbretttmuster

Das Schachbrett ist ein klassisches Verlegungsmuster für Wand und Boden. Neben starker Kontrastierung in Schwarz-Weiß finden auch sanftere Abstufungen durch verwandte Farbtöne Anwendung

Scherben

Als Scherben werden die gebrannten und noch unglasierten Tonkörper einer Fliese bezeichnet.

Sortierung

Bevor Fliesen in den Handel kommen, werden Sie einer Qualitätskontrolle und Sortierung unterzogen. Fliesen mir nur leichten Mängeln gelangen als Mindersortierung in den Verkauf

Spaltplatte

Spaltplatten sind grundsätzlich frostbeständig und werden daher meistens im Außenbereich eingesetzt. Spaltplatten sind stranggezogen, d. h. sie werden nicht wie Fliesen gepresst, sondern in einem Strang produziert.
Dieser Strang wird auf die Größe der späteren Platten zugeschnitten. Da dieser Vorgang zu leichten Unterschieden in der Größe führt, werden bei Spaltplatten zum Ausgleich breitere Fugen benötigt (8-10 mm).

Steinzeugfliesen

Steingutfliesen dienen als Wandbekleidung in Innenräumen. Im privaten, häuslichen Bad werden sie manchmal auch als Bodenbelag eingesetzt, wovon allerdings abzuraten ist (siehe Abriebgruppe).
Glasierte Steinzeugfliesen dienen als Wandbekleidungen innen und außen (Fassade) und als Bodenbelag nach der erforderlichen Verschleißklasse (Innen- und Außenbeläge). Sie werden im Behälterbau (Trinkwasserbehälter, Schwimmbäder etc.) verwendet.

Unglasierte Steinzeugfliesen werden vorzugsweise als Bodenbeläge verlegt.
Anwendungsbereiche

Steingutfliesen werden hauptsächlich als Wandverkleidung in Innenräumen genutzt.
Glasierte Steinzeugfliesen können als Wandverkleidung sowie als Bodenbelag (je nach Abriebgruppe) im Innen und Außenbereich verwendet werden. Sie werden z.B. beim Schwimmbadbau verwendet. Unglasierte Steinzeugfliesen werden vorzugsweise als Bodenbelag
Steingut glasiert

Trockengepresste keramische Fliesen und Platten mit niedriger Wasseraufnahme (0,5% E<3% EN 14411 Gruppe B Ib)
Anwendungsbereich: Wand und Boden, innen

Treppenfliesen

Treppenfliesen sind Fliesen, die an der Vorderkante oftmals rutschhemmende Rillen haben. Diese Rillen dienen der Verbesserung der Trittsicherheit auf der Treppe.

Es gibt sowohl Treppenfliesen für den Innen- als auch für den Außenbereich.

Trittsicherheit/Rutschhemmung

Bodenfliesen müssen gerade wenn Feuchtigkeit oder Nässe im Spiel sind, eine bestimmte Trittsicherheit und Rutschfestigkeit aufweisen. Im gewerblichen Bereich sind die entsprechenden Vorschriften zu beachten.

R9: Verkaufsräume, Treppen, Flure, Stationsräume, Praxen und Gasträume
R10: Toiletten und Waschräume, Kaffee- und Teeküchen, Fahrzeugstellplätze
R11: Verpackungs- und Lagerräume, Kühlräume für verpackte Ware, Waschhallen in Fahrzeugwerkstätten
R12: Kühlräume für unverpackte Ware, Lagerräume für Öle/Fette in Werkstätten, Herstellung und Verpackung von Speisefett
R13: Anwendungsbereiche mit sehr hoher Gleitgefährdung, z. B. Wurstküchen und ÖlstationenUntergrundbehandlung

Je nach Untergrund ist zur Verbesserung der Haftfähigkeit und zur Isolation gegen Nässe eine unterschiedliche Behandlung der Voranstriche, Grundierungen oder Spachtelmassen notwendig.
Die Vielzahl der verschiedenen Untergründe macht es erforderlich, sich genauestens über die jeweilig notwendige Untergrundbehandlung zu informieren. Verdrängungsraum

In gewerblichen Bereichen, in denen mit besonders gleitfördernden Stoffen (wie Öle, Fette, Flüssigkeiten) gearbeitet wird, müssen Fliesen eingesetzt werden, die kleine "Noppen" auf ihrer Oberfläche haben. Der Raum zwischen der Fliese und der oberen Kante dieser Noppen ist der Verdrängungsraum.

Öle, Fette und Flüssigkeiten werden durch die Benutzung der Fliesen in diesen Verdrängungsraum geleitet.

Die Gehebene bleibt so weitgehend frei von Schmutz; nur so ist die Trittsicherheit in diesen Räumen gewährleistet.

Verfugung

Fliesen werden je nach Material verfugt. Fliesen und Platten, die saugfähig sind (Steingut) werden mit einer Fugenbreite von 2-5 mm mit Fugenweiß, Fugengrau oder Flexfuge color verfugt. Glasfliesen und Glasmosaik sowie Naturstein und Feinsteinzeug werden mit einer Fugenbreiten von 1-10 mm mit Flexfuge verfugt. Auf kritischen Untergrünen (gewölbt o.ä.) und im Außenbereich, wie auf Balkonen oder Terrassen, sollte Flexfuge breit grau (2-20 mm) verwendet werden.

Zum Verfugen: Als erstes wird der Fugenmörtel in schlammfähiger Konsistenz mit Wasser angerührt und auf dem Fliesenbelag ausgegossen. Danach wird er diagonal zum Fugenverlauf eingeschlämmt. Dazu verwendet man einen Gummiwischer. Nachdem alle Fugen gleichmäßig gefüllt sind, wird der Rest des Fugenmörtels mit dem Gummiwischer abgezogen. Zum Schluss wird der Fliesenbelag diagonal mit dem Schwammbrett und sauberem Wasser abgewaschen, ohne dabei die Fugen auszuwaschen. Letzte Schleier auf der Oberfläche werden mit einem trockenen, weichen Tuch entfernt.

Verschleiß

Oberflächenverschleiß (Abrieb) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchung auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden. Glasierte Fliesen aus Steinzeug werden je nach ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können dadurch den verschiedenen Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) ist die durch Schleif- und Sandstrahlprüfung ermittelte Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Diese wird vom Hersteller angegeben. Die Abriebbeständigkeit wird in fünf Abriebgruppen bewertet:

Gruppe I: für Barfuß- und Hausschuhbereich in Sanitär- und Schlafräumen.
Gruppe II: für eine leichte Beanspruchung im privaten Wohnbau (außer Küchen, Eingänge, Außenbeläge, Treppen) mit niedriger Begehungsfrequenz und geringer kratzende Verschmutzung mit normalem Schuhwerk
Gruppe III: für mittlere Beanspruchung unter kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk, beispielsweise im privaten Wohnbau, auch Dielen, Flure, Balkone (außer Küchen) sowie Beläge des Nichtwohnbaus mit vergleichbarer Beanspruchung wie Hotelzimmer oder Bäder
Gruppe IV: für hohe Beanspruchung bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk bei Eingangsbereichen, Terrassen, Küchen, Verkaufs- und Wirtschaftsräumen, Büros, Krankenhäuser, Hotels, Schulen und Verwaltungsgebäude
Gruppe V: für höchste Beanspruchung und Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr in Räumen und auf Flächen, die extrem belastet werden, wie Friseurläden, Bäckereien, Imbisstuben, Eingangshallen für Hotels, Banken, Restaurants oder auch Garagen

Die Klassen 1 und 2 werden kaum noch zum Verkauf angeboten. Standard sind nur Fliesen mit der Abriebgruppe 3 und höher.

Wandfliesen

Wandfliesen lassen sich sehr gut reinigen und sind daher auch für die Küche ideal als Wandverkleidung verwendbar. Man kann die Wände im Haus zwar auf viele verschiedene Arten verkleiden, jedoch ist eine Fliese für Bereiche in denen Wasser zum Einsatz kommt besser geeignet als beispielsweise eine Tapete. Nicht nur die Fliese, sondern auch das in den Fugen befindliche Silikon ist wasserdicht. Dadurch wird die darunter liegende Wand optimal vor Schimmelbefall geschützt. Lediglich in den Fugen könnte Schimmel entstehen. Dieser lässt sich jedoch mit einem entsprechenden Spray schnell entfernen. Lüftet man den Raum aber regelmäßig, direkt nach dem Duschen oder Baden, entsteht erst gar keine zu hohe Luftfeuchtigkeit und somit wird die Schimmelbildung verhindert.

Zudem sind Wandfliesen sehr vielfältig, so dass für die gestalterischen Wünsche der Kunden ausreichend Möglichkeiten bestehen. Die Angebotspalette reicht von schlichtem Weiß bis hin zu aufwendigen Bildern, die sich dann über mehrere Fliesen verteilen. Natürlich gibt es Wandfliesen auch in unterschiedlichen Größen, was für großen Spielraum sorgt. Zudem lassen sie sich durch die unterschiedlichen Größen gut mit kleineren und größeren Fliesen kombinieren.

Wasseraufnahme

Keramische Fliesen und Platten werden u.a. nach ihrem Wasseraufnahmevermögen eingeteilt. Die DIN EN 14411 (Keramische Fliesen und Platten- Begriffe, Klassifizierung, Gütemerkmale und Kennzeichnung) teilt Fliesen und Platten in genau drei Gruppen auf. Dabei wird das Wasseraufnahmevermögen mit dem Buchstaben E (französisch Eau) bezeichnet und gibt an, wie viel der vorhandenen Masse als Wasser aufgenommen werden kann und welcher Wert dabei nicht überschritten werden darf.

Gruppe 1 - Fliesen mit geringer Wasseraufnahme - E ≤ 3%

Stranggepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in:
Gruppe A1a mit E ≤ 0,5%
Gruppe A1b mit 0,5% < E ≤ 3%

Trockengepresste Fliesen und Platten werden unterteilt in:
Gruppe B1a mit E ≤ 0,5%
Gruppe B1Ib mit 0,5% < E ≤ 3%

Gruppe 2 - Fliesen und Platten mit mittlerer Wasseraufnahme - 3% ≤ E ≤ 10%

Stranggepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in:
Gruppe A2a mit 3% < E ≤ 6%
Gruppe A2b mit 6% < E ≤ 10%
Außerdem gibt es sowohl für Gruppe A2a als auch für Gruppe A2b je Teil 1 und Teil 2, in denen verschiedene Produktanforderungen klassifiziert sind.

Trockengepresste Fliesen und Platten werden ebenfalls zusätzlich unterteilt in:
Gruppe B2a mit 3% < E ≤ 6%
Gruppe B2b mit 6% < E ≤ 10%

Gruppe 3 - Fliesen und Platten mit mittlerer Wasseraufnahme - E > 10%

Stranggepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in: Gruppe A3

Trockengepresste Fliesen und Platten werden ebenfalls zusätzlich unterteilt in: Gruppe B3

Die Prüfung erfolgt nach DIN EN ISO 10545 (Keramische Fliesen und Platten):
Im Außenraum dürfen nur Materialien verwendet werden, die zu den Gruppen 1a und 1b gehören. Gleiches gilt für Balkone. Eine Außnahme bilden feinkeramische Fliesen. Für ihre Wasseraufnahme ist kein Maximalwert angegeben. Wird jedoch der Wert von 20% des Gewichtes überschritten, so muss der Hersteller hierauf hinweisen.
In der Regel verfügen Steinzeugfliesen über eine Wasseraufnahme bis zu 3% ihres Gewichtes und sind damit witterungs- und frostbeständig. Feinsteinzeugfliesen sind durch ihren Herstellungsprozess vollkommen dicht gesintert und weisen deshalb ein Wasseraufnahmevermögen auf, das noch unter 0,5% ihres Gewichtes liegt. Sie sind also extrem dicht.

Hohe Wasseraufnahme ist in den meisten Fällen auch mit einem erhöhten Schmutzeintrag verbunden (außer bei glasierten Fliesen, da die Glasur vor Schmutzeintrag schützt). Die Schmutzempfindlichkeit kann durch Aufbringen einer Imprägnierung oder Versiegelung verbessert werden.

Zementschleier

Oftmals bleibt nach dem Verlegen und Verfugen einer frischen Fliese eine feine, unschöne Schicht zurück, der Zementschleier. Zementschleier wird auch Grauschleier genannt und geht oft nur sehr schwer von den Fliesen ab. Auf glasierten Fliesen ist er zum Glück etwas leichter zu entfernen, als auf unglasierten Fliesen. Meistens hilft schon ein Nachwischen mit Essigwasser.

Bei Bodenfliesen und Fliesen mit einer unglasierten oder rauen Oberfläche hilft ein so genannter „Zementschleier-Entferner“.

Zweibrand

Bei diesem Brennverfahren (auch Bicoturra genannt) wird zuerst nur der Scherben gebrannt. Ist der Scherben dann ausgekühlt werden die Glasur- Rohstoffe aufgetragen und danach seperat gebrannt. Ein Vorteil dieses Brennverfahrens ist, dass zur Oberflächengestaltung auch mit Materialien gearbeitet werden kann, die niedrigere Brenntemperaturen benötigen.

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